ORDNUNG IM NICHTS

ORDNUNG IM NICHTS
Rauminstallation von Lena Oehmsen

Gerahmte Fotografien familiärer Glückseligkeit in Wohnzimmern und auf Büroschreibtischen. Party- und Urlaubsbilder veröffentlicht in sozialen Netzwerken. Statusmeldungen und Gespräche in Internet- Foren – Lena Oehmsen abstrahiert und kontrastiert in der Ausstellung Ordnung im Nichts verschiedene Kommunikations- und Dokumentationsformen und entwirft ein umfassendes Bild des menschlichen Bedürfnisses persönliche Augenblicke festzuhalten und diese zur Schau zu stellen.

Die Künstlerin fokussiert das eine Mal in ihrer fotografischen Arbeit „Wandglück“ den Blick auf die vertraut befremdliche Körpersprache traditioneller Familienfotos und reduziert das andere Mal in Scherenschnitten Porträts aus sozialen Netzwerken zu anonymen Schatten mit immer gleichen Posen und heiteren Gesten. Der Anblick dieser gesichtslosen Protagonist/inn/en wirft Fragen auf: Was ist an Fotos echt und einzigartig? Was ist das Reizvolle an der Archivierung privater Augenblicke? Mit welchen subjektiven Vorstellungen belebt der Betrachter die weißen Figuren und welche emotionalen Leerstellen entstehen?

Eine Steigerung erfährt das Mitteilungsbedürfnis unserer Gesellschaft in den zahlreichen Posts und Nachrichten, die in sozialen Netzwerken, Foren und Chats ausgetauscht und verbreitet werden. Die meist für den Moment gedachten und teilweise minütlich aktualisierten Emotionen und Mitteilungen sind Ausdruck der heutigen Schnelllebigkeit. Doch die Posts verschwinden nicht zeitgleich mit den Aktualisierungen. Sie bleiben im Internet und sind jederzeit abrufbar. Diese oft unbewusst gebliebene Langlebigkeit veranschaulicht die Künstlerin durch die Sammlung digitaler Mitteilungen in einem Karteikartenarchiv, das sich nach und nach auflöst, aber dessen Teile an neuen Orten weiter existieren.

Ausgangspunkt der Arbeiten von Lena Oehmsen ist fremdes Text- und Bildmaterial, das einerseits im privaten, familiären Rahmen rezipiert wird und andererseits für eine größere Öffentlichkeit in sozialen Netzwerken zugänglich ist. Mit ursprünglich flüchtigen Textpassagen und öffentlich archiviertem Bildmaterial fordert die Künstlerin die Besucher/innen zur Reflexion von Fragen nach der Selbstdarstellung und dem Umgang mit Erinnerungen auf.

Lena Oehmsen lebt und arbeitet in Hamburg. Studium der Fotografie an der Ryerson University Toronto, Kanada. Preisträgerin einiger Auszeichnungen für junge Fotografie; seit 2006 diverse Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Kanada. www.lenaoehmsen.com

Ausstellungsdaten auf einen Blick:
ORDNUNG IM NICHTS
Vernissage: 14. September um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 15. bis 23. September 2012
Öffnungszeiten: Do. bis So. von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

Raum linksrechts | Valentinskamp 37 | 20355 Hamburg
www.facebook.com/raumlinksrechts | www.das-gaengeviertel.info

Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg realisiert.

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